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Einsteigerberatung

von Christian Busch


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Welches Zubehör ist für den Anfang sinnvoll?



Für Teleskope gibt es eine Vielzahl von Zubehör, so dass es nicht immer ganz einfach ist, zu entscheiden, was denn jetzt wirklich sinnvoll und was rausgeworfenes Geld ist. Daher möchten wir hier einen kleinen Überblick geben, was es sich zu kaufen lohnt. Es sei auch noch gesagt, dass man nicht bei Ebay nach solchen Dingen schauen sollte (es treiben sich hier viele schwarze Schafe herum, die von Astronomie nicht die leiseste Ahnung haben), sondern bei einem der Händler, die in unserer Linkliste zu finden sind.


Sucher:

Ein vernünftiger Sucher ist für entspanntes Beobachten sehr wichtig. Die meisten Einsteigerteleskope haben billige Sucher, die weder ein scharfes Bild erzeugen, noch genau eingestellt werden können. Daher haben sie ihre Bezeichnung mehr als verdient, weil man mit solchen Dingern wirklich mehr am Suchen wie am Beobachten ist. Auf Dauer kommt so sehr schnell Frust auf, was die Lust am Beobachten sehr mindert. Wenn man einen solchen sein Eigen nennt, sollte man sich überlegen, 20€ bis 30€ in einen 6x30 Sucher zu investieren.

Alternativ gibt es inzwischen auch Leuchtpunktsucher, die ebenfalls für 30€ zu haben sind. Diese projezieren einen roten Punkt an den Himmel, so dass man sehr schnell erkennen kann, wo das Teleskop hinzeigt. Der Vorteil liegt darin, dass das Bild nicht wie in einem normalen Sucher umgedreht erscheint und die Orientierung am Anfang leichter ist. Der Nachteil ist, dass man eben nur die Sterne sieht, die man mit dem bloßen Auge erkennt.

Eine bessere Variante ist ein sogenannter Telrad, der nicht nur einen Punkt, sondern drei Zielkreise in den Himmel projeziert, deren Helligkeit zudem noch einstellbar ist. Allerdings liegt der Preis hier schon bei 60€, was für die meisten Einsteiger wohl zu viel sein dürfte.


Okulare:

Über kein Thema kann man länger und ausschweifender reden, wie über Okulare. Es gibt viele Okulare mit noch mehr Eigenschaften und speziellen Anwendungsbereichen. Daher möchten wir hier nur auf die Grundlagen des Okularkaufs eingehen und auch nur Okulare behandeln, die preislich für Einsteiger interessant sind, da sich wohl kaum jemand ein Okular für 400€ zulegen wird, wenn das Teleskop nur 150€ gekostet hat.

Okulare gibt es, wie oben schon gesagt, in mehreren Bauarten. Es gibt Kellner und orthoskopische Okulare, aber auch Plössls und Superweitwinkel. Auf jeden der einzelnen Typen wollen wir kurz eingehen:

a) Huygensokulare: Im untersten Preissegment findet man diesen Okulartyp, der auch meist bei billigen Einsteigerteleskopen mit dabei ist. Von der optischen Qualität sind diese Okulare nicht sonderlich überzeugend. Die Sterne am Rand erscheinen unscharf, außerdem bilden diese Okulare nicht farbrein ab, sprich, man hat einen Farbsaum um hellere Sterne, der doch sehr störend sein kann. Das scheinbare Gesichtsfeld beträgt um die 40°, nicht selten auch weniger, was einen Tunnelblick hervorruft, der die Bildästethik ebenfalls deutlich trübt.

b) Kellnerokulare: Auch diese Okulare sind noch recht billig, liefern aber schon ein deutlich besseres Bild. Wenn das Öffnungsverhältnis mehr als f/9 beträgt, wird man mit diesem Typ schon viel Freude haben. Das scheinbare Gesichtsfeld liegt bei 45° bis 50°, was zwar noch kein Weitfeld ist, aber immerhin wird der Tunneleffekt im Vergleich zu den Huygensokularen deutlich reduziert.

c) orthoskopische Okulare: Dieser Okulartyp kann schon recht gute Eigenschaften verzeichnen: zum einen ist der Farbfehler gering, zum anderen erhält man über den gesamten Bereich des Gesichtsfeldes (45°) scharfe Sterne, ein großes Öffnungsverhältnis vorrausgesetzt. Bei kurzbrennweitigen Teleskopen werden die Sterne am Rand zu Strichen verzogen. Der Kontrast ist gut, ebenso wie das Einblickverhalten. Bei kleinen Okularbrennweiten muss man mit dem Auge allerdings sehr nahe an das Okular, was nicht sonderlich bequem ist. Daher würden wir solche Okulare nur ab einer Brennweite von 10 bis 15mm empfehlen.

d) Plössls: ein solches Okular kostet um die 30€ und liefert schon ein sehr gutes Bild. was den Kontrast und die Randzeichnung anbelangt. Das scheinbare Gesichtsfeld liegt im Bereich von 50-55°. Der Augenabstand ist größer als bei den orthoskopischen Okularen, aber unter 10mm immer noch nicht zufriedenstellend.

Da wir nun einen Überblick über die einzelnen Typen haben, lässt sich sagen, dass man mit den Plössls für den Anfang wohl am besten bedient ist. Das Einblickverhalten ist bei großen Brennweiten sehr angenehm und man bekommt eine gute Abbildung, insbesondere mit Teleskopen, der Öffnungsverhältniss größer als f/6 ist.

Die Frage ist nun, welche Brennweiten man sich zulegen sollte. Für den Anfang werden drei oder vier Okulare ausreichend sein, die einen möglichst großen Vergrößerungsbereich abdecken sollten. Als Übersichtsokular empfiehlt sich eines mit einer Brennweite von etwa 25mm, danach sollten ein 15mm, ein 10mm und ein 6mm Okular folgen. Zu beachten sind hier natürlich die Minimal- und Maximalvergrößerung, die ein Teleskop liefern kann. (siehe "wichtige Formeln").


Barlowlinse:

Eine solche Linse dient dazu, die Vergrößerung um einen bestimmten Faktor zu steigern. Meist findet man 2x Barlows, die die jeweilige Vergrößerung mit einem Okular verdoppeln. Zwingend notwendig ist eine Barlowlinse nicht. Dazu kommt, dass eine gute Barlow recht teuer ist, da die billigen meist eine schlechte Abbildungsqualität haben.
















Nebelfilter:

Wer gerne Gasnebel in unserer Milchstrasse beobachten möchte, der sollte sich unbedingt einen Nebelfilter anschaffen. Diese blenden unerwünschte Linien aus und heben somit den Kontrast der Nebel deutlich an. Ein solcher Filter entscheidet in vielen Fällen über Sehen oder Nichtsehen.

Bei Nebelfiltern unterscheidet man zwischen Breitband (UHC-S) und Schmalbandfiltern, zu denen der normale UHC, aber auch der OIII zählen. Ein Breitbandfilter ist dazu gedacht, die Lichtverschmutzung zu reduzieren, so dass er auch bei Galaxien, Sternhaufen und Kometen einen deutlich besseren Kontrast bringt. Besonders zu empfehlen ist er daher, wenn man unter einem durch Strassenlaternen aufgehellten Himmel beobachten muss. Eine sehr gute Filterwirkung zeigt der UHC-S von Baader, der für knapp 70€ zu bekommen ist.

Schmalbandfilter wirken nur auf Gasnebel und bringen somit bei allen anderen Objekten eine Verschlechterung der Bildhelligkeit und des Kontrastes. Bei Emissions- und planetarischen Nebeln bieten sie allerdings höchstmöglichen Kontrast, so dass dies das bevorzugte Einsatzgebiet ist. Bei kleinen Teleskopen sollte man sich den UHC zulegen, da der OIII zu wenig Licht durchlässt, was ein ziemlich dunkles Bild zur Folge hat. Ab einer Öffnung von 200mm ist der OIII die erste Wahl, denn dann steht genug Licht zur Verfügung, so dass der höhere Kontrast im Gegensatz zum OIII auch wirklich ausgenutzt werden kann.



Mond- und Farbfilter:


Ein Mondfilter ist im eigentlich dazu gedacht, das helle Licht des Mondes zu dämpfen, um die Augen zu schonen. Bei vielen billigen Einsteigerteleskopen liegt ein solcher Filter bei, der jedoch meist eine grünliche Färbung aufweist. Ob ein grüner Mond wirklich schön aussieht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer das nicht schön findet, sollte sich einen Graufilter zulegen, der einfach nur das Licht schwächt und dabei sehr farbneutral ist. Ein solcher Filter ist für 20€ zu haben.

Farbfilter benötigt man fast ausschließlich für die Planetenbeobachtung. Auch muss man sich keinen kompletten Satz mit allen möglichen Farben anschaffen, sondern es ist für den Anfang vollkommen ausreichend, sich mit einem Blau- und einem Rotfilter auszustatten. Ein Blaufilter hebt die Kontraste in den Wolkenbändern von Jupiter hervor, auch kann man damit den großen Roten Fleck und Wolken auf Mars beobachten, der Rotfilter steigert die Wahrnehmung der Dunkelgebiete auf Mars, auch heben sich die Polkappen besser ab. Gerade bei kleinen Fernrohren bis 110mm Öffnung sollte man darauf achten, dass der Filter nicht zu dunkel ist, weil sonst viel Licht geschluckt wird. Bei kleinen Teleskopen ist es deswegen besser, sich mit einem Hellblau- und einem Orangefilter auszustatten.


Sonnenfilter:

Gleich zu Beginn sei gesagt, dass Sonnenfilter, die ins Okular eingeschraubt werden, sofort in die Mülltonne gehören. Es kommt nämlich nicht gerade selten vor, dass diese bei der Beobachtung platzen und so schwere Augenschäden, die bis hin zur Erblindung reichen, hervorrufen können.

Daher ist viel besser, sich einen eigenen Sonnenfilter zu bauen. Dazu kauft man sich Sonnenfolie der Firma Baader, schneidet sie auf die passende Größe und befestigt sie VOR dem Tubus. Dabei sollte man darauf achten, dass die Folie möglichst keine Knicke oder Wellen aufweist. Die Qualität und die Lichtdämpfung dieser Folie ist sehr gut, so dass man auch mit kleinen Teleskop viel Details auf der Sonnenoberfläche erkennen kann. Für ein Stück der Folie bezahlt man einen Preis von knapp 20€.








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Publiziert am: 2006-09-15 (4159 mal gelesen)

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