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Einsteigerberatung

von Christian Busch


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Teleskopwerbung und ihre Tücken...



Es ist wie überall im Leben: in der Werbung ist alles toll und super, doch wenn man sich das Objekt der Begierde genauer anschaut, wird man feststellen, dass der Teufel im Detail liegt. So ist es auch bei Einsteigerteleskopen. Damit Sie nicht auf die Werbeversprechen von unseriösen Anbietern hereinfallen, möchten wir Ihnen die wichtigsten Fallen vorstellen:


Die Vergrößerung:

Kein anderes Merkmal findet in den Hochglanzprospekten so viel Bebachtung. Da wird schon bei kleinsten Teleskopen mit einer Maximalvergrößerung von 450x geworben. Doch die Leistung eines Fernrohres definiert sich leider nicht über die Vergrößerung, sondern über die Öffnung. Das ist in etwa das Gleiche, als wollte man die Leistung eines Autos über die größte Zahl auf dem Tacho festlegen. Es mag zwar stimmen, dass man mit dem beiliegenden Zubehör die versprochene Vergrößerung erreichen kann, jedoch erhält man dann kein scharfes Bild mehr. Stellt sich natürlich die Frage, was einem das bringt. Die Antwort darauf ist klar: Nichts!

Die maximal sinnvolle Vergrößerung erhält man, indem man die Öffnung mit dem Faktor 1.5 multipliziert, was bei einem Teleskop von 70mm Öffnung zu einer Maximalvergrößerung von 110x führt. Zudem sollte man wissen, dass man diese Maximalvergrößerung nur mit einer guten Optik erreichen kann, zudem macht einem auch die Luftunruhe bei hohen Vergrößerungen nicht selten einen Strich durch die Rechnung, indem sie für ein waberndes Bild sorgt.

Fazit: Die maximale Vergrößerung hat absoluten keinen Aussagewert über die Leistung eines Teleskopes!


Die Brennweite:


Normalerweise wird ein Fernrohr durch zwei Zahlen gekennzeichnet: Öffnung und Brennweite. Und das in dieser Reihenfolge. Nicht selten wird ein Teleskop beispielsweise als 900mm Fernrohr beworben. Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass man hier nun eine Öffnung von 900mm vorliegen hat, jedoch ist damit die Brennweite gemeint. Wie die Maximalvergrößerung ist auch die Brennweite kein besonders gutes Leistungsmerkmal. Ein Objekt erscheint bei gleicher Vergrößerung in einem 70/500mm als auch in einem 70/900mm Teleskop genau gleich hell und gleich groß.

Allerdings sollte man gerade bei billigen Teleskopen auf die Brennweite achten und darauf, dass diese möglichst groß ist. Der Grund hierfür ist einfach, dass sich optische Fehler, die gerade bei billigen Teleskopen an der Tagesordnung sind, bei großen Brennweiten nicht so stark bemerkbar machen. Auch an die Spiegel müssen bei langen Brennweiten keine allzu hohen Genauigkeitsanforderungen gestellt werden. Man wird also mit dem langbrennweitigen Teleskop meist ein besseres Bild erhalten, als mit einem kurzbrennweitigen.

Man kann hier auch das sogenannte Öffnungsverhältniss zu Rate ziehen: dieses wird berechnet, indem man die Brennweite durch die Öffnung teilt. Wenn die Zahl kleiner als 6 wird, sollte man lieber die Finger davon lassen.

Fazit: Die Brennweite kennzeichnet nur bedingt die Leistung eines Teleskopes!


Linsen- und Spiegelteleskope:

Oft hört man auch, dass Spiegelteleskope für Deep Sky und Linsenteleskope für Planeten besser geeignet seien. Das ist Quatsch. Bei gleicher Öffnung ist es egal, für welchen Zweck man sie einsetzt. Wichtig ist allerdings eine gute Spiegel- bzw. Linsenqualität. Wir persönlich würden zu Beginn eher zu einem Spiegel raten, da diese bei gleicher Qualität preisgünstiger hergestellt werden können und man für weniger Geld auch mehr Öffnung bekommt.

Fazit: Es ist am Anfang fast egal, ob Linsen- oder Spiegelteleskop!


Elektronik am Teleskop:

Im Zeitalter der Elektronik findet man immer häufiger Einsteigerteleskope mit einer elekronischen Aufsuchhilfe, auch Goto genannt. Zudem ist das Teleskop in der Lage, die Erddrehung auszugleichen und auf die Objekte selbstständig nachzuführen. Die Frage, ob man sowas braucht, lässt sich eindeutig mit "Nein" beantworten.

Zum einen sind die Motoren sehr laut, was außerordentlich störend ist, zudem lässt die Positioniergenauigkeit sehr zu wünschen übrig. Man drückt zwar auf ein Knöpfchen und das Teleskop bewegt sich wie von Geisterhand über den Himmel, doch ob das Objekt dann auch tatsächlich im Okular zu sehen ist, ist fraglich. Wer sich nicht auskennt, wird auch mit einem solchen Goto nicht viel am Himmel finden. Es sei denn, er hat Glück! Dazu kommt meist noch, dass das Teleskop mit Hilfe von zwei oder drei Sternen initialisiert wird, die von Hand eingestellt werden müssen. Wer das hinbekommt, der ist auch bald in der Lage, einen Sternhaufen mit Hilfe einer Sternkarte zu finden.

Außerdem sollte man nicht vergessen, dass die Elektronik einiges an Geld kostet, so dass bei den geringen Preisen die Qualität der Optik darunter leidet.

Fazit: Auch wenn es im Prospekt rüberkommt, als habe man ein High-Tech-Teleskop, ist Elektronik bei Einsteigerteleskopen nicht nötig!


Zubehör:

Meist sind im Set mehrere Okulare enthalten, die alle supermulti vergütet sind und eine bestechende Abbildungsqualität haben sollen. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass es sich um billigste Kellner- Okulare handelt, die zudem noch einen Steckdurchmesser von 24.5mm haben. Das wiederum bedeutet, dass man sich für ein solches Teleskop niemals qualitativ hochwertiges Zubehör kaufen kann, weil dieses nur mit einem Steckdurchmesser von 31.8mm (bzw. 1.25") zu haben ist.

Oft werden auch noch sogenannte Barlowlinsen zur Vergrößerungssteigerung angeboten, die meist ebenso billig sind, wie der Rest vom Teleskop und daher einen großen, optischen Fehler aufweisen. Das Bild wird flau, der Kontrast sinkt und man hat den Eindruck, als würde man durch einen Schleier hindurch beobachten. Somit wird man diese Barlowlinsen getrost in die Tonne treten können!

Fazit: Unbedingt auf einen Steckdurchmesser von 31.8mm achten!


Ebay:

Im weltweiten Online-Marktplatz tummeln sich eine Vielzahl von Händlern, die weder von Teleskopen noch von Astronomie eine Ahnung haben. Teleskope zeigen auf den Boden oder die Sucherfernrohre sind falsch herum angebaut. Es gibt nichts, was man nicht findet. Wenn man sich die Beschreibungen durchliest, trifft man in jedem zweiten Satz auf Wörter wie "super", "high-end", "extremer Kontrast" oder "Profiteleskop". Man bekommt den Eindruck, dass man es hier mit einem Spitzenteleskop zu tun hätte, doch in Wirklichkeit handelt sich um ein billiges Kaufhausteleskop, an dem man meist nur wenig Freude hat. Auch auf Email-Anfragen bekommt man meist keine klaren Antworten.

Fazit: Augen auf! Besser ist es jedoch allemal, nicht bei Ebay nach einem Schnäppchen zu suchen, sondern bei etablierten Teleskophändlern, von denen Sie einige in unserer Linkliste finden.








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Publiziert am: 2006-09-11 (4404 mal gelesen)

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