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Einsteigerberatung

von Christian Busch


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Was man nicht sehen kann...



In Büchern und Filmen werden immer wieder viele bunte Bilder von unserem Universum gezeigt. Schon jetzt müssen wir Sie einer Illusion berauben: solche Anblicke werden sie mit einem Teleskop niemals haben, selbst wenn der Spiegel einen Meter im Durchmesser hat. Nicht umsonst heißt es: "In der Nacht sind alle Katzen grau...".

Dieser kleine Spruch hat durchaus seine Berechtigung, sagt er doch nichts anderes aus, als dass wir mit unseren Augen nachts kaum Farben wahrnehmen können. Wenn Sie es nicht glauben, stellen sie sich nachts ins Dunkle und probieren sie es aus! Das gleiche gilt auch für die Beobachtung mit Ferngläsern oder Teleskopen. Diese können zwar deutlich mehr Licht sammeln als das menschliche Auge, doch auch das reicht nicht aus, um bei uns ein Farbsehen auszulösen. Lediglich der Mond, die Planeten und helle Sterne machen hier eine Ausnahme. Im Grunde heißt das, dass sie so ziemlich alle Objekte in Schwarzweiß sehen.

Was Sie auch nicht wahrnehmen können, sind die feinen Details, die auf den Aufnahmen von Großteleskopen zu sehen sind. Dazu reicht ein kleines Teleskop nicht aus. Man darf nie vergessen, dass solche Aufnahmen mehrere Stunden belichtet wurden und dabei sehr empfindliche Kameras zum Einsatz gekommen sind.

Nun stellt sich natürlich die berechtigte Frage, warum man sich dann überhaupt ein Teleskop kaufen sollte. Daher möchten wir ihnen im Folgenden einen kleinen Überblick geben, was man mit Fernrohren so alles am Himmel sehen kann. Zuerst einmal aber sollten Sie wissen, dass man umso mehr am Himmel erkennen kann, je größer das Teleskop ist. Hierbei kommt es nicht auf die Brennweite oder auf die Vergrößerung an, sondern schlichtweg auf die Öffnung. Das klingt auch irgendwie logisch, vergrößert sich doch die lichtsammelnde Fläche. Und je mehr Licht ein Teleskop sammelt, umso schwächere Sterne kann man damit beobachten. Gleichzeitig nimmt auch das Auflösungsvermögen zu, sprich, je höher das Auflösungsvermögen, umso feinere Details kann man sehen. Mehr möchten wir an dieser Stelle auch nicht dazu sagen, sondern auf den Artikel "Teleskope" verweisen.




Was kann ich mit welcher Öffnung tatsächlich sehen?



50mm Fernglas: Auf dem Mond sind, wenn man das Fernglas auf ein Stativ klemmt, schon die ersten Krater auszumachen. Daneben sind die Mondmeere wunderbar zu sehen, auch das aschgraue Licht ist leicht zu erkennen. Zudem sind alle 8 Planeten zu sehen, einschließlich Neptun. Auch die vier hellsten Jupitermonde sind zu sehen, ebenso der hellste Saturnmond Titan. Die Milchstrasse löst sich in tausende von Sternen auf, man kann sogar Jagd auf Gasnebel und Sternhaufen machen, die allerdings nur als kleine, diffuse Fleckchen erscheinen. Auch Kometen kann man mit diesem Gerät erkennen, wenn auch nur die hellsten, von denen pro Jahr im Mittel leider nur einer zu sehen ist.

70mm Öffnung: Beim Blick zum Mond verwandelt sich die Oberfläche in einer kraterübersähte Landschaft. Neben diesen sind auch Gebirge, Seen und Meere zu erkennen. Bei der Venus erkennt man die Form, Mars zeigt erste Dunkelstrukturen und die Polkappen, auf Jupiter sind neben den vier Monden auch Wolkenbänder zu erkennen und Saturn zeigt sich mit seinem wunderschönen Ring. Die hellsten Sternhaufen sind bis ins Zentrum aufgelöst und man kann sich daran machen, die Farbunterschiede bei Doppelsternsystemen zu beobachten, deren es Hunderte am Himmel zu beobachten gibt. Auch die hellsten Galaxien rücken nun ins Blickfeld, auch wenn man sie nur sehr schwach als kleine Fleckchen erkennen kann.

110mm Öffnung: Der Mond ist eine wahre Offenbarung: man kann sich mit dieser Öffnung daran machen, Details in den Kratern zu studieren und Sternbedeckungen zu beobachten. Auf Mars sind nicht nur die Dunkelgebiete an sich beobachtbar, sondern auch Wolken und Staubstürme. Jupiters Wolkenbänder zerfallen in einzelne Strukturen, auch der große Rote Fleck, ein gewaltiger Wirbelsturm von der Größe der Erde, tritt langsam hervor. Auf Saturn ist nun ein Wolkenband zu erkennen, desweiteren steigt die Anzahl der sichtbaren Monde auf drei. Auch die Cassinische Teilung, eine Lücke im Ring, wird Ihnen nun nicht mehr entgehen. In Sternhaufen und Gasnebeln treten nun immer mehr Details hervor, auch die allerhellsten Kugelsternhaufen werden in den Randbereichen ansatzweise aufgelöst. Galaxien sind nun schon reichlich zu beobachten, bis zu 100 Stück liegen mit entsprechender Erfahrung in der Reichweite eines solchen Gerätes.

150mm Öffnung: Die Beobachtung des Mondes raubt einem bei ruhiger Luft den Atem, so viele Details sind zu sehen. Auf Venus können Sie sich mit einem Blaufilter daran machen, Wolkenstrukturen zu erkennen (was allerdings sehr schwierig ist), auf Jupiter sind neben dem Großen Roten Fleck weitere kleine Wirbelstürme und andere atmosphärische Erscheinungen sichtbar. Mit einem solchen Gerät sind auch Verfinsterungen und sogar Sonnenfinsternisse auf dem Gasriesen zu sehen, Saturn wartet mit 5 Monden auf, Details im Ring und Wolkenstrukturen auf der Oberfläche, Uranus und Neptun sind als winzige Scheibchen erkennbar. Galaxien zeigen erste Details wie Spiralarme, zudem kommt der erste Quasar mit einer Entfernung von knapp 2 Milliarden Lichtjahren in Reichweite. Ein weiteres Betätigungsfeld sind die Erdbahnkreuzer, von denen pro Jahr etwa 3 Stück beobachtet werden können.

200mm Öffnung: Beim Mond und den Planeten werden weitere Details sichtbar, der größte Gewinn aber ist bei Deep Sky Objekten zu verzeichnen. Gasnebel zeigen feine Filamente, Sternhaufen werden bis ins Zentrum aufgelöst und sind noch in einer Entfernung von 20.000 Lichtjahren sichtbar. Auch viele der hellen Kugelsternhaufen erscheinen als glitzernde Kugeln aus Sternenstaub. Galaxien können bis in eine Entfernung von 500 Millionen Lichtjahren beobachtet werden, auch die hellsten zeigen viele interessante Dinge: helle Zentren, Spiralarme und Dunkelwollken werden sichtbar. Auch Galaxienhaufen rücken ins Blickfeld. Hier tummeln sich bis zu 10 Galaxien auf einmal im Okular. Quasare können bis in eine Entfernung von 9 Milliarden Lichtjahren beobachtet werden, ihr Licht wurde also ausgesandt, als es die Erde noch gar nicht gegeben hat.








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Publiziert am: 2006-09-11 (7076 mal gelesen)

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